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Keine Angst vor Nebenwirkungen


Bei Neurodermitis und anderen entzündlichen Hauterkrankungen bietet Kortison (etwa Hydrocortison) eine effektive, aber verträgliche Behandlung.

Bei der Anwendung von Kortison fürchten viele Anwender Nebenwirkungen. Ob die Sorge bei der Selbstmedikation berechtigt ist, erklärt die Apothekerkammer Niedersachsen. Kortison ist ein körpereigenes Hormon, das viele Funktionen im Körper steuert und wichtig für die Immunfunktion ist. Bei richtiger Anwendung und in der passenden Dosierung sind verschreibungsfreie kortisonhaltige Salben, Cremes oder Nasensprays aus der Apotheke sehr gut verträglich. Da der Wirkstoff in der Selbstmedikation praktisch nur äußerlich angewendet wird, kann er gar nicht oder in nur geringen Mengen in den Blutkreislauf gelangen. Woher kommt also die Angst vor Nebenwirkungen? Im Gegensatz zu modernen Therapien wurde Kortison früher oft zu hoch dosiert und zu lange angewendet. Nebenwirkungen wie das Vollmondgesicht waren die Folge. Auch wenn diese bei inzwischen weniger wahrscheinlich sind, halten sich die Vorurteile gegen den entzündungshemmenden und immunsuppressiven Wirkstoff bis heute hartnäckig. Kortisonhaltiges Nasenspray bei Heuschnupfen Nasensprays, die Kortison enthalten, wirken lokal entzündungshemmend und antiallergisch. Deshalb können sie Heuschnupfensymptome lindern. Diese Nasensprays dürfen im Rahmen der Selbstmedikation nur nach vorheriger Diagnose durch einen Arzt angewendet werden. Damit der Sprühstoß auf der Nasenschleimhaut effektiv wirkt, am besten das Spray mit der rechten Hand in das linke Nasenloch und in das rechte Nasenloch mit der linken Hand einsprühen. Cremes & Co. bringen Linderung von außen Bei leichten bis mäßig stark ausgeprägten entzündlichen, allergischen, juckenden oder geschwollenen Hauterkrankungen können kortisonhaltige Cremes und Salben eingesetzt werden. Die betroffene Hautfläche sollte in der Selbstmedikation jedoch nicht mehr als ein Zehntel der Körperoberfläche ausmachen. Das entspricht etwa der Fläche eines Arms oder Unterschenkels. Die Zubereitung wird ein- bis zweimal täglich aufgetragen. Der Anwendungszeitraum sollte bei einem 0,25-prozentigen Dermatikum vier Wochen, bei einer höher konzentrierten Zubereitung von 0,5 Prozent zwei Wochen nicht überschreiten. Darüber hinaus ist es unbedingt empfehlenswert, sich in der Apotheke die verschiedenen Produkte erklären zu lassen. Wann lieber auf Kortison verzichten? Kortisonhaltige Zubereitungen dürfen nicht immer angewendet werden. Das gilt zum Beispiel bei offenen oder infektiösen Wunden, Pilzbefall und Akne. Bei Kindern unter sechs Jahren darf eine Therapie mit kortisonhaltigen Zubereitungen nur wie vom Arzt verordnet durchgeführt werden. Sind Betroffene nicht sicher, ob ein Präparat mit Kortison für die Selbstbehandlung geeignet ist, berät der Apotheker. Quelle: Apothekerkammer Niedersachsen

Sandra Göbel


News des Tages

So bleiben die Muskeln locker


Nackenschmerzen sind nicht immer zu verhindern, aber die Häufigkeit ihres Auftretens kann durch einige Verhaltensweisen meist reduziert werden.

Schmerzen im Rücken oder in der Schulter treffen nahezu Jeden hin und wieder. Doch mit einfachen Verhaltensregeln lassen sich Verspannungen vorbeugen. Was Sie für Ihre Muskeln tun können. Nahezu jeder leidet im Laufe seines Lebens mehrmals unter schmerzhaften Verspannungen. Häufig kommt es im Bereich der Schulter und des Rückens durch einseitige und starre Haltungen zu einer Minderdurchblutung und damit zu einer Unterversorgung der Muskulatur mit Sauerstoff. „Dies erhöht die Grundspannung des Muskels und führt damit zu mehr oder weniger schmerzhaften Verspannungen“, erklärt Haag von der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH). „Besonders langes Sitzen vor dem Computer und im Auto, aber auch genereller Bewegungsmangel sind Risikofaktoren, da die Muskulatur hier für einen längeren Zeitraum nur unzureichend aktiviert wird.“ Normalerweise klingen Verspannungen nach einigen Tagen von alleine wieder ab. Sollte der Zustand jedoch länger als eine Woche anhalten, große Schmerzen verursachen oder regelmäßig wiederkehren, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um den Ursachen auf den Grund zu gehen. Das können Sie selbst für sich tun

Quelle: Kaufmännischen Krankenkasse (K

Sandra Göbel


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Wie Sie Ihr Augenlicht schützen


Das Augenlicht schützen! Früherkennungsuntersuchungen helfen dabei.

Viele Augenkrankheiten beginnen schleichend und ohne Symptome. Früh erkannt sind die Heilungschancen jedoch am besten. Welche Früherkennungsuntersuchungen Augenärzte empfehlen. Test auf Sehschwäche bei Kindern Damit sich das Sehvermögen bei Kindern optimal entwickelt, sollten alle Kinder spätestens um den dritten Geburtstag herum einmal augenärztlich untersucht werden. Stellt der Augenarzt dabei eine Fehlsichtigkeit oder Schielen fest, kann dies frühzeitig behandelt werden. Bleiben ein Sehfehler oder auch ein schwaches Schielen bei Kindern längere Zeit unentdeckt, besteht die Gefahr, dass ein Auge nicht die volle Sehkraft erreichen kann, weil der Seheindruck im Gehirn nicht korrekt verarbeitet wird. „Bei den Einschulungsuntersuchungen durch die Gesundheitsämter weisen sechs Prozent der Kinder, die vor dem dritten Geburtstag nicht augenärztlich untersucht wurden, eine einseitige Sehschwäche auf“, berichtet Dr. Ludger Wollring, Pressesprecher des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA). Wenn in der Familie bereits Sehfehler bekannt oder das Kind deutlich schielt sind, ist eine Untersuchung bereits im Alter von sechs Monaten zu empfehlen. Zu einer frühen Augenuntersuchung raten Experten auch bei Frühgeborenen. Früherkennung des Glaukoms (Grüner Star) Der Grüne Star ist eine tückische Krankheit, bei der nach und nach die Fasern des Sehnervs absterben. Dadurch entstehen, vom Rand her beginnend, Ausfälle im Gesichtsfeld. Betroffene verspüren keine Schmerzen und bemerken selbst in fortgeschrittenen Stadien der Krankheit keine Symptome, da das andere Auge die Defizite ausgleicht. Blinde Flecken werden nicht als „schwarze Löcher“ wahrgenommen, sondern das Gehirn erstellt ein möglichst homogenes Bild aufgrund der vorhandenen Sehinformationen. Erst wenn der größte Teil des Sehnervs unwiederbringlich zerstört ist, werden die entstehenden blinden Flecken im Gesichtsfeld bemerkt. Rechtzeitig erkannt, lässt sich das Glaukom mit Augentropfen, Lasereingriffen oder Operationen gut behandeln. Deshalb sind ab dem 40. Lebensjahr regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen ratsam. Dabei untersucht der Augenarzt den Sehnervenkopf am Augenhintergrund auf Auffälligkeiten und misst der Augeninnendruck. Er ist neben dem Alter ein wichtiger Risikofaktor. Menschen mit dunkler Hautfarbe wird die Untersuchung bereits ab dem 30. Lebensjahr empfohlen, da sie häufiger an einem Glaukom erkranken. Auch Menschen, deren Verwandte 1. Grades unter einem Glaukom leiden, sollten sich schon in jüngeren Jahren regelmäßig untersuchen lassen. Untersuchung der Netzhaut bei Kurzsichtigkeit Kurzsichtige Menschen haben ein erhöhtes Risiko für Netzhautablösungen. Deshalb sollten Patienten mit einer Kurzsichtigkeit ab -3 Dioptrien ihre Netzhaut jährlich untersuchen lassen. Für diese Untersuchung wird die Pupille mit Augentropfen erweitert. Danach kann man für einige Stunden nicht scharf sehen, so dass nach der Untersuchung Autofahren zunächst nicht möglich ist. Früherkennung der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) Bei der AMD sterben nach und nach die lichtempfindlichen Zellen in der Netzhautmitte ab. In einigen Fällen wachsen zudem krankhafte Gefäße im Bereich der Netzhautmitte, aus denen Feuchtigkeit austritt, was den Krankheitsprozess erheblich beschleunigt. Diese feuchte Form der AMD lässt sich mit Medikamentengaben ins Augeninnere behandeln – je früher die Krankheit erkannt wird, umso besser sind die Erfolgsaussichten. Deshalb empfiehlt der BVA allen Menschen ab dem Alter von 60 Jahren regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen. Augenarzt-Check für Verkehrsteilnehmer Im Straßenverkehr sind wir besonders auf die Leistungsfähigkeit unserer Augen angewiesen. Dabei spielt nicht nur die zentrale Sehschärfe eine Rolle. Sehen bei schlechten Lichtverhältnissen ist ebenso wichtig wie ein intaktes Gesichtsfeld. Diese und weitere Aspekte werden bei einem Augenarzt-Check für Verkehrsteilnehmer berücksichtigt. Augenärzte empfehlen diesen Test allen Verkehrsteilnehmern ab dem 40. Lebensjahr. Quelle: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA)

Sandra Göbel


News des Tages

Die Symptome richtig deuten


Bei einer Erkältung oder Grippe benötigt der Körper viel Flüssigkeit.

Schnupfen, Kopfschmerzen und Husten – in der kalten Jahreszeit plagt sie viele immer mal wieder: die Erkältung. Oder ist es doch die Grippe? Wie Sie beide Erkrankungen unterscheiden und wieder gesund werden. Wie sich eine Erkältung äußert Die Erkältung und die Grippe haben einige Anzeichen gemeinsam, sodass viele Menschen sie oft verwechseln. Auch wenn letzlich der Arzt die Diagnose stellen wird, so ist es doch nützlich, wenn man die Krankheitsanzeichen richtig deuten kann. Denn nicht immer ist ein Arztbesuch bei einer Erkältung notwendig. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung der oberen Atemwege, die meist durch Rhino- oder Coronaviren ausgelöst wird. Typische Anzeichen sind Schnupfen, Halsschmerzen und leichte Kopfschmerzen. Auch Husten deutet auf eine Erkältung hin, Fieber und Gliederschmerzen treten hingegen seltener auf. Grundsätzlich erscheinen die Symptome langsam und flauen nach ein paar Tagen wieder ab. Erkältungen wirken sich zwar negativ auf die allgeimene Befindlichkeit aus, aber betroffene Personen fühlen sich nicht schwer krank. Wie sich eine Grippe äußert Die Grippe (Influenza) wird durch Influenza-Viren des Typs A, B oder C ausgelöst und beginnt meist plötzlich. Das meist rasch auftretende Fieber um die 39 Grad Celsius und das Frösteln verschlechtern sehr schnell den Allgemeinzustand der Patienten. Im Gegensatz zur Erkältung leiden Menschen mit einer Grippe unter Glieder- und Muskelschmerzen sowie starken Kopfschmerzen. Das Krankheitsgefühl ist stark ausgeprägt und wird von Müdigkeit begleitet. Wie bei einer Erkältung werden die von Hustenanfällen geplagt werden, Schnupfen und Halsschmerzen treten nur manchmal auf. Trinken, trinken, trinken Egal, ob man an einer Erkältung oder an einer Grippe leidet: Ärzte des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V. empfehlen, viel zu trinken. Betroffene Personen halten so ihre Schleimhäute feucht und verbessern ihre Abwehrreaktionen. Darüber hinaus verliert der Körper bei Fieber viel Flüssigkeit, sodass Betroffene den Flüssigkeitsverlust wieder ausgleichen müssen. Vor allem bei einer Grippe raten die Ärzte, sich zu schonen und einige Tage im Bett zu bleiben. Wann ein Arztbesuch ratsam ist Die HNO-Ärzte empfehlen folgenden Personengruppen, einen Arzt aufzusuchen und die Beschwerden abklären zu lassen.

Ärzte verordnen meist Arzneimittel gegen die einzelnen Symptome. Da Antibiotika nur gegen Bakterien wirken, werden sie in der Regel bei Virusinfektionen nicht verschrieben. Eine Ausnahme besteht dann, wenn betroffene Personen sich zusätzlich mit Bakterien infiziert haben. Quelle: Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.

Julia Schmidt


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Wechseljahre setzen früher ein


Frauen mit Diabetes sollten ihre Werte besonders gut im Auge behalten, wenn sie auf die Wechseljahre zugehen.

Frauen mit Diabetes kommen frühzeitiger in die Wechseljahre als Frauen ohne Diabetes. Die Gründe sind ein sinkender Östrogenspiegel und schwankende Blutzuckerwerte. Was Experten betroffenen Frauen empfehlen. Rasche Östrogenabnahme bei Diabetes „Bei Frauen mit Diabetes erschöpft sich der Eizellenvorrat schneller. Das führt dazu, dass sie früher in die Wechseljahre kommen“, erklärt Dr. Petra-Maria Schumm-Draeger, Expertin bei der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Wissenschaftler vermuten, dass diabetesbedingte Gefäßveränderungen die Ursache für diesen beschleunigten Alterungsprozess sind. Mit dem Versiegen der Eierstöcke schwindet auch das Hormon Östrogen, das die Insulinempfindlichkeit beeinflusst. Dabei gilt: Auch Patientinnen mit einem bislang gut eingestellten Diabetes leiden in den Wechseljahren unter schwankenden Blutzuckerwerten, da das Östrogen nicht kontinuierlich, sondern oftmals sprunghaft abnimmt. Therapie an Hormonlage anpassen Viele Patienten kennen den Zusammenhang zwischen Hormonhaushalt und Insulinempfindlichkeit jedoch nicht und werden von plötzlichen Blutzuckerschwankungen überrascht. Um Überraschungen zu vermeiden, rät die DDG betroffenen Frauen deshalb zu einer engmaschigen Blutzuckerkontrolle und empfiehlt, die Therapie gegebenenfalls der neuen Hormonlage anzupassen. Ob eine Frau von einer Hormontherapie profitiert, lässt sich nicht pauschal beantworten. „Wir empfehlen, bei starkem Übergewicht und Bluthochdruck eine Hormontherapie sorgfältig zu überdenken“, so Schumm-Draeger. Bei Patientinnen mit Gebärmutter- oder Brustkrebs eigne sich die Behandlung eher nicht. „In jedem Fall sollten Vor- und Nachteile zwischen Arzt und Patientin individuell abgewogen werden“, betont auch DDG Präsident Müller-Wieland. Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft

Sandra Göbel


News des Tages

Mit richtiger Technik zum Ziel


Menschen mit Asthma sollten sich über den korrekten Gebrauch ihrer Inhalatoren beraten lassen.

Viele Medikamente gegen Asthma sollen inhaliert werden – denn dann wirken sie schneller und sind besser verträglich. Was es bei der Inhalationstechnik zu beachten gilt. „Die tägliche Praxis gibt den meisten Asthmatikern die subjektive Sicherheit, dass sie alles richtig machen. Das ist leider oft ein Trugschluss“, mahnt der Apotheker Dr. Eric Martin auf einem Kongress der Bundesapothekerkammer. „Handhabungsfehler verschlechtern nicht nur die Wirksamkeit der Asthmamedikamente, sondern erhöhen auch das Risiko für Nebenwirkungen.“ Die Unterschiede kennen Unterschieden werden zwei Arten von Inhalatoren: Pulverinhalatoren, bei denen sich ein wirkstoffhaltiges Pulver im Luftstrom verteilt, und treibgasbetriebene Dosieraerosole, die wie kleine Spraydosen funktionieren. Das Areosol, ein Gemisch aus festen oder flüssigen Wirkstoffteilchen und einem Gas, verteilt sich beim Drücken der Dose in der Luft und kann eingeatmet werden. Treibgasbetriebene Dosierareosole wirken am besten, wenn der Patient möglichst tief und langsam einatmet. Dadurch nimmt er mehr des freigesetzten Wirkstoffes auf. Bei Pulverinhalatoren sollten die Patienten dagegen möglichst tief und schnell einatmen. Dabei verwirbelt sich das Pulver und zerstreut sich auf eine lungengängige Größe. Nur so gelangt es beim Einatmen tief in die Lunge. Bei zu langsamem oder oberflächlichem Einatmen, lagern sich viele Pulverteilchen in Mund und Rachen ab. Dadurch wirkt das Medikament schwächer. Zudem drohen Heiserkeit oder Pilzerkrankungen in der Mundhöhle.  Mit wenig Aufwand Behandlung verbessern Bei allen Inhalatoren ist es wichtig, nach dem Einatmen die Luft für fünf bis zehn Sekunden anzuhalten. Je länger diese Atempause dauert, desto besser können sich die Teilchen in den Atemwegen absetzen. Patienten mit Pulverinhalatoren sollten durch die Nase ausatmen. So gelangt keine feuchte Atemluft in das Gerät und verklumpt die dort verbliebenen Pulverreste. Um die bestmöglichste Wirkung der Medikamente zu erzielen, rät Dr. Martin: „Die meisten Asthmatiker werden parallel mit mehreren Medikamenten behandelt. Deshalb sollten Patienten die gerätespezifischen Unterschiede kennen und den korrekten Gebrauch immer wieder beim Arzt oder in der Apotheke überprüfen lassen. Oft lässt sich auf diese Weise mit sehr geringem Zeitaufwand der Behandlungserfolg verbessern.“ Quelle: Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA)

Sandra Göbel/ABDA


News des Tages

Wann besteht Behandlungsbedarf?


Erhöhte Schilddrüsenwerte im Alter sind nicht immer ein Grund zu Sorge.

Symptome wie Kälteempfindlichkeit oder Müdigkeit können auf eine Unterfunktion der Schilddrüse hinweisen. Der TSH-Wert sichert die Diagnose – doch hohe Werte bei Älteren sind nicht immer behandlungsbedürftig. TSH-Wert bei älteren Menschen natürlicherweise erhöht In der Schilddrüse werden zwei zentralen Hormone gebildet: T4 (Thyroxin) und T3 (Trijodthyronin). Sie beeinflussen den Stoffwechsel, das Herz-Kreislauf-System und das Wachstum. Reguliert wird die Jodaufnahme und Hormonproduktion in der Schilddrüse durch das Hormon TSH (thyreo-stimulierendes Hormon). Der TSH-Wert gibt deshalb darüber Auskunft, ob eine Funktionsstörung der Schilddrüse vorliegt. Für Erwachsene gilt ein TSH-Referenzbereich von etwa 0,4 bis 4,0 mU/l. Bei über 65-Jährigen ist der TSH-Wert allerdings natürlicherweise höher als bei Jüngeren. Hohe TSH-Werte im Alter bedeuten somit nicht unbedingt, dass eine behandlungsbedürftige Schilddrüsenerkrankung besteht. Die Experten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) empfehlen deshalb ein sehr zurückhaltendes Vorgehen bei älteren Menschen. Werte bis 7 mU/l: Nachkontrollieren Leicht erhöhte TSH-Werte bis 7 mU/l normalisieren sich häufig ohne Behandlung. Das bestätigten verschiedene Studien. Für den klinischen Alltag bedeute das: Gering erhöhte TSH-Werte sollten zunächst durch eine zweite Untersuchung bestätigt werden, etwa zwei bis drei Monate nach der Erstuntersuchung. Erst wenn die Zweituntersuchung ebenfalls erhöhte Werte anzeigt, ist eine Schilddrüsenerkrankung in Betracht zu ziehen. Werte ab 10 mU/l: Behandeln bei Begleiterkrankungen Bei höheren Werten sollte der Arzt Lebensalter, Begleiterkrankungen und Ausprägung möglicher Beschwerden bei der Interpretation des TSH-Wertes immer berücksichtigen. Wenn der TSH-Wert bei > 10 mU/l liegt, besteht ein erhöhtes Risiko für Fettstoffwechselstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und eine beeinträchtigte Lebensqualität. Die DGE-Experten empfehlen deshalb ab diesem Wert eine Behandlung zu starten, wenn der Patient bereits an anderen Erkrankungen leidet, wie Bluthochdruck, Übergewicht, koronare Herzkrankheit oder Diabetes. Quelle: Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie, Hormone und Stoffwechsel

Sandra Göbel